BDe 4/4 2 "Aargauer Pfyl"

Der in edlem Bordeauxrot gehaltene BDe 4/4 2 (Aargauer Pfyl) ist häufig die erste Wahl unserer Kunden. Er eignet sich besonders gut für private Geburtstagsfahrten, Firmenanlässe und ähnliche Festivitäten. Sein besonders offen gestaltetes Interieur und die Bar tragen zu einer angenehmen Fahrt bei. Für viele Gäste bilden die Sitzplätze neben dem Lokführer das Highlight. Diese stehen während der Fahrt zur Verfügung und erlauben einen Blick auf das Schienennetz aus einer anderen Perspektive. Der Triebwagen kann bei grösserem Platzbedarf mit unseren anderen Fahrzeugen ergänzt werden.

Der Aargauer Pfyl bietet an zwölf Vierer-Tischen insgesamt 48 Gästen Platz. Die im ehemaligen Gepäckabteil untergebrachte Bar lädt zum Verweilen ein. Ausgestattet mit angenehmen Polsterstoffen, Musikanlage und Toilette ist das Fahrzeug der ideale Reisebegleiter für Ihre Extrafahrt.

Ausstattung

  • Toilette
  • Bar mit Kaffeemaschine und Kühlschränken
  • Zwölf Vierer-Tische
  • Angenehm gepolsterte Sitze
  • Zwei zugängliche Führerstände
  • Angenehmes Ambiente dank «Retro-Beleuchtung»
  • Integrierte Wagenübergänge und damit freier Durchgang in angehängte Personenwagen

Entertainment

Über die Lautsprecheranlage können Durchsagen sowohl im Triebwagen als auch in allenfalls mitgeführten Personenwagen übertragen werden. Die Musikanlage ist ausgerüstet zum Abspielen von diversen Audiogeräten (CD, Aux, USB, Bluetooth).

Kulinarik

Der Service und die Reisebegleitung sind bei uns stets inbegriffen. Das Catering an den Tischen und an der Bar kann individuell mit uns abgestimmt werden. Die Bar im Aargauer Pfyl bietet die Möglichkeit für Kalt- und Warmgetränke sowie für das Servieren von Apérogebäck. Werden Hauptmalzeiten gewünscht, empfehlen wir unseren Speisewagen. Dieser ist wie alle anderen Reisezugwagen mit unserem Aargauer Pfyl kompatibel und kann gerne mitgeführt werden.

Einsatz auf dem Schweizer Schienennetz

Unser Aargauer Pfyl verkehrt mit individuellem Fahrplan passend zu Ihrem Anlass. Der Triebwagen kann auf fast dem gesamten Schweizer Normalspur-Schienennetz verkehren und ist entsprechend mit allen nötigen Sicherheitssystemen ausgestattet. Dank des Komforts unserer Fahrzeuge kann auch der Weg das Ziel sein. Wir beraten Sie gerne über interessante und schöne Routen. Der Triebwagen ist sowohl für private als auch für Firmenanlässe geeignet.

Preise und Konditionen

Siehe in unserer Rubrik «Angebote».

Geschichte des Fahrzeugs

Die Wohlen-Meisterschwanden Bahn (WM), die einzige private Normalspurbahn im Kanton Aargau, wurde 1916 eröffnet. Ursprünglich war geplant, die 8.23 km lange Bahn über den Endpunkt Fahrwangen an die Seetalbahn anzubinden. Obwohl der Bahnhof in Meisterschwanden bereits gebaut war und der Bahn die Namensgebung lieferte, unterblieb die Verlängerung bis zur Einstellung der Bahn. Die WM-Bahn wurde bei der Eröffnung mit Gleichstrom betrieben. Dies verhinderte eine sinnvolle Einbindung in den Bahnhof Wohlen und auch einen Fahrzeugaustausch zwischen den SBB und der Privatbahn. Nachdem der Bund und der Kanton einer grundlegenden Erneuerung unter dem Vorbehalt einer Änderung der Fahrleitungsspannung und dem Umbau auf Wechselstrom analog dem SBB Netz zustimmten, benötigte die WM neue Lokomotiven bzw. Triebwagen.

Das 1958 in Kraft getretene Eisenbahngesetz sah unter anderem Hilfeleistungen für Privatbahnen vor. Die gestellten Gesuche wurden vom Eidgenössischen Amt für Verkehr (EAV) geprüft und bewilligt.

Um die Kosten im Rahmen zu halten, wurde 1962 für Rollmaterialerneuerungen einheitliche Fahrzeuge in Auftrag gegeben. Diverse Privatbahnen konnten mit den total 12 Triebwagen ihr Angebot erneuern. Auch die WM konnte zwei neue Triebwagen für die Umstellung von Gleich- auf Wechselstrom bestellen. Die Vorgaben für den Nebenbahnbetrieb wurden entsprechend umgesetzt und so konnten alle Triebwagen neben dem Transport von Reisenden auch für Gepäck- und Posttransporte eingesetzt werden.

Aufgrund der Leistungsdaten waren sie auch im Stande, den Güterverkehr zu übernehmen. Wurden dem Triebwagen Güterwagen angehängt, sprach man von einem Güterzug mit Personenbeförderung. Eine Zuggattung, welche in den achtziger Jahren aus den offiziellen Kursbüchern verschwunden ist.

Die Übergabe des neuen Triebwagens erfolgte im Jahr 1966, wobei unser Triebwagen mit der Nummer 2 am 1. März übernommen und am 8. März in die neue Heimat überführt wurde. Ab 18. März 1966 waren die Triebwagen im täglichen Einsatz bis im Juni 1997, als die beschlossene Umstellung von der Bahn auf den Bus vollzogen wurde. Die Fahrzeuge wurden zum Verkauf angeboten und die Bahnanlagen abgebrochen. Die Triebwagen BDe 4/4 1 und 2, sowie der Steuerwagen wurden von der Südostbahn übernommen und kamen umnummeriert als BDe 4/4 90 und 91 für Schubleistungen und Schülerzüge zum Einsatz. Mit der Ausrangierung der letzten Altbau-Triebwagen übernahmen sie die Leistungen als Shuttlezug zwischen Biberbrugg und Einsiedeln. Der ehemalige Triebwagen Nummer 1 wurde nach einem schweren technischen Defekt im Jahr 2003 ausrangiert und abgebrochen. Unser Triebwagen wurde nach Übernahme eines neuen Pendelzuges nur noch als Reserve verwendet.

Einsatz des Aargauer Pfyls beim Verein DSF

Der DSF wurde schon früh darauf aufmerksam, dass es sich bei diesem Triebwagen um den einzigen Triebwagen aus der EAV-Bestellung im Originalzustand handelte und nahm mit der Südostbahn Kontakt zwecks einer Übernahme auf. Auf den Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 wurde der Triebwagen ausrangiert. Am 22. Dezember 2004 wurde er vom Verein DSF übernommen. Nach der Übernahme wurden die ersten Arbeiten am Fahrzeug ausgeführt. Im Gepäckabteil, wo früher Gepäck und auch zwischendurch Tiere transportiert wurden, entstand eine Bar. Das Dach wurde wieder silbergrau gestrichen und das Fahrzeug für einen Neuanstrich vorbereitet. Dieser wurde 2007 realisiert und so präsentiert sich der Triebwagen wieder in seinen Originalfarben Bordeauxrot und Kieselgrau.

Der BDe 4/4 2 als «Aargauer Pfyl» erinnert so an die einzige Aargauer Normalspurbahn und hält bei jeder Extrafahrt ein Stück Eisenbahngeschichte wach.

Eigentümer und Besitzdauer des Fahrzeugs:

Besitzer Bezeichnung   von bis
WM BDe 4/4
2 1966 1997
SOB BDe 4/4
91 1997 2001
SOB BDe 556 042 2001 2004
DSF BDe 4/4 2 2004 2009
DSF BDe 4/4
94 85 7 536 002-9
2010
2013
DSF BDe 4/4 94 85 7578 042-4  seit 2013
 

Typenskizze

DSF BDe 44 2 Typenskizze

 

 

   

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