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Im Januar 2014 konnten wir von der Oensingen Balsthal Bahn OeBB den BDe 4/4 1641 übernehmen. Die OeBB hatte für die in den 1950er Jahren für die SBB gebauten Fahrzeuge keinen Verwendungszweck mehr. Die Triebwagen 1641 und 1651 erfüllten zudem die Anforderungen an die Zugsicherungssysteme nicht mehr. Ihnen fehlte der ETM-S-Rucksack, um die kurz zuvor im Bahnhof Oensingen eingebauten Balisen lesen und auswerten zu können.

Nach einem Grossunterhalt und dem Einbau der benötigten ETM-Ausrüstung wurde der BDe 4/4 1641 für die zahlreichen Arbeitseinsätze und Überfuhrfahrten für unseren Verein und verschiedene Partner eingesetzt. In einer Arbeitswoche wurde im Sommer 2014 auch noch das Dach abgeschliffen und neu gerollt. Der optische Eindruck wurde dadurch massiv verbessert.

Der BDe 1641 war für das Personal teilweise eine Herausforderung. So war das Fahrzeug mehrmals nur bedingt einsetzbar, da plötzlich wieder nur die untersten fünf Fahrstufen aufgeschaltet werden konnten. Ein Weiterschalten bewirkte einen sofortigen Lastabwurf, da durch die Überwachung ein Fehler in der Schaltreihenfolge der Hüpfer festgestellt wurde. Mehrere Stunden Reinigungsarbeit von Kontakten, Versuchsfahrten und Beobachtungen im Betrieb waren notwendig, um dem Problem Herr zu werden.

Das Fahrzeug war von Anfang an nicht für Nostalgiefahrten, sondern für Arbeitseinsätze vorgesehen weshalb auch klar war, dass der DSF dieses Fahrzeug nicht historisch aufarbeiten wird. Die finanziellen und personellen Ressourcen dazu wollten wir nicht stemmen, zumal einerseits das passende Wagenmaterial bei uns nicht vorhanden ist und andererseits die baugleichen Triebwagen mit den Nummern 1632, 1643 und 1646 bei anderen Institutionen weiterleben. Der Zeitpunkt, wann es zur Ausserdienststellung kommen würde, wurde ein wenig "dem Fahrzeug überlassen". Ein grosser technischer Schaden oder das Erreichen von Verschleissgrenzen waren von Anfang an Gründe, den Triebwagen abzubrechen. Der Zeitpunkt ist nun da, da Letzteres nächstens erreicht ist. Daher werden unserem Triebwagen noch brauchbare Ersatzteile entnommen, bevor das Fahrzeug anschliessend der Rohstoffverwertung zugeführt wird.

Die Abschiedsfahrt - eingeladen waren die aktiven Vereinsmitglieder und weitere Helfer - führte uns bei bescheidenem Wetter von Koblenz via Baden, Zürich Altstetten, Thalwil und Pfäffikon SZ nach Rapperswil zum Mittagshalt. Als Anhängelast diente unser EW I A524 und der D116, der letzte erhaltene Leichtstahlgepäckwagen. Nach der Stärkung der Vereinsmitglieder wurde die lange Heimfahrt unter die Räder genommen. Auf der Fahrt über Schmerikon, Herisau, St. Gallen, Romanshorn, Kreuzlingen, Schaffhausen und Eglisau nach Koblenz wurde das letzte Mal nach den Schaltgeräuschen der Hüpfersteuerung und anderen typischen Betriebsgeräuschen gelauscht. Um 18:01, genau nach Fahrplan, wurde Koblenz erreicht. Nach den notwendigen Rangier-Arbeiten wurde um 18:05 das letzte Mal der Hauptschalter ausgeschaltet und der Stromabnehmer gesenkt.
Das war nun also die Geschichte des BDe 4/4 1641 beim DSF. Bye Bye!

Fotos: N. Leutenegger, D. Bühler, U. von Meyenburg, H. Baumann, dsf-koblenz

   

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